Dipl.-Ing. Axel Hagenmüller, Ökologisches Bauen
Hortensienweg 9, 65201 Wiesbaden, Tel: 0611 - 60 14 84, fax: 0611 - 41 14 08 08

Dämmungen: 

Was wir nicht verwenden wollen: Mineralwolle, Glaswolle, Steinwolle, Künstliche Mineralfasern, KMF (Oberbegriff).

Zur Vorgeschichte: 1993 hat man die KMF so eingeordnet, als ob sie krebserzeugende Arbeitsstoffe sind. Danach haben die Hersteller ihre Produktion umgestellt.

Es gibt also Fasern vor ca. 1993 ("alte") und danach ("neue"). Die alten Fasern sind so zu behandeln, als ob sie krebserregend sind. Wir empfehlen deshalb, alte Mineralfasermatten zu entfernen. Dies ist dann besonders wichtig, wenn die Fasern Zugang zur Atemluft haben, wenn sie z. B. frei liegen. Beim Ausbau sind die Sicherheitsvorschiften zu beachten.

Die Mineralfasern nach ca. 1993: Sie heißen KI 40 Fasern (KI = Kanzerogenitätsindex). Im Tierversuch (der nicht unbedingt auf den Menschen übertragen werden darf!) lösen sie sich in der Lunge schneller auf und werden als biolöslich bezeichnet. Eine Krebsgefahr soll angeblich nicht bestehen. Leider ist der Verbraucher nicht sicher, ob die verkauften Mineralfasern tatsächlich dem KI 40 Standard entsprechen, denn nach Deutschland importierte Mineralfasern sind nicht auf das neue Herstellungsverfahren umgestellt1.

Dämmungen aus künstlichen Mineralfasern enthalten auch Formaldehydharze und gesundheitlich bedenkliche Mineralöle. Formaldehyd ist von der Weltgesundheitsorganisation WHO und in den USA als Karzinogen eingestuft. In den USA hat es schon Schadensersatzzahlungen zugunsten von Glasfasergeschädigten gegeben. Mehr dazu www.sustainableenterprises.com/fin

Dämmungen gibt es gesundheitlich unbedenklich aus dem Biobaumarkt. Als Planer verwende ich ökologische Dämmstoffe, z. B. Hanf, Zellulosefasern (Isofloc, Dobry, Warmcell, etc.), Schafwolle, Baumwolle, Kork, Flachs, Kokos, Getreidegranulat, HolzFlex oder Holzweichfaserplatten. Einige dieser Dämmstoffe werden von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe gefördert, siehe hierzu (www.naturdaemmstoffe.info)

Mauersteine, die porosierte Hochlochziegel sind, werden durch die Zugabe von Holzspänen oder Polystyrol porosiert. Polystyrol besteht aus dem giftigen Styrol2. Wir finden Steine, die mit Holzspänen porosiert werden, besser.

Literatur:

  1. Ökotest Sonderheft Nr. 20 "Bauen, Wohnen, Renovieren", 1996, Ökotest Verlag Frankfurt, S. 51.
  2. Umweltmedizinische Analysen, Dr. Schiwara und Partner, Bremen, 8. Auflage 2002 - 2003, S. 106

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