Schadstoffe in Innenräumen:
Ein weit verbreiteter Schadstoff in Innenräumen ist Formaldehyd.
Es ist in Spanplatten, diversen Kunststoffen, Dämmmaterialien z. B.
Mineralfaserdämmstoffen oder Kunstharzen enthalten. Spanplatten gasen auch nach
Jahrzehnten noch Formaldehyd aus.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Formaldehyd inzwischen von
"wahrscheinlich krebserregend" in "krebserregend"
umbewertet, in den USA gilt es als krebserregender Stoff. Der offizielle
Richtwert in Deutschland ist 0,1 ppm (parts per million). Einen Grenzwert für
private Innenräume gibt es nicht. Der Wert von 0,1 ppm wird von Toxikologen (z.
B. Dr. Hermann Kruse1 von der Uni Kiel) als für zu hoch angesehen.
Die Hälfte wäre richtig, langfristig 0,01 ppm. Bei chronischer Einwirkung sind
Schwindelgefühl, Atemwegserkrankungen oder Allergien die Folge. Als Ersatzstoff
für Formaldehyd werden in Spanplatten heute Isocyanate eingesetzt, auch davon
ist jedoch abzuraten. D. h. Spanplatten sollen in Innenräumen nicht verwendet
werden.
Ein wichtiger weiterer Schadstoff ist PCB. Es ist vor allem in Fugendichtungsmassen und in Kondensatoren von alten Leuchtstoffröhren zu finden. Aus diesem Grund besteht bei Gebäuden aus Fertigteilen z. B. aus den 1960 er Jahren von vorne herein ein entsprechender Verdacht. Um die Höhe des noch tolerierbaren Wertes wurde in der Vergangenheit heftig gerungen. Von kritischen Toxikologen wird ein Grenzwert von 100 ng/m³ Luft als richtig angesehen. PCBs schädigen Haut, Leber, Immunsystem und Lunge und es besteht der begründete Verdacht auf krebserzeugendes Potential2.
Holzschutzmittel (z. B. PCP. Chemischer Holzschutz ist jedoch, wenn
Holz trocken bleibt oder gut austrocknen kann, auch nach der einschlägigen DIN
praktisch nicht mehr erforderlich), Asbest und VOC (Flüchtige
organische Verbindungen) sind weitere Schadstoffe in Innenräumen. In
konventionellen Baustoffen findet man außerdem3:
In Teppichböden Permethrin (Mottengift, auch für den Menschen giftig), giftige
Schwermetalle und Polyurethan (setzt im Brandfall Blausäure frei),
in Wandfarben aromatische Kohlenwasserstoffe (krebserregend), Styrol (Nervengift),
in Lasuren und Lacken aromatische Kohlenwasserstoffe wie Benzol (krebserregend)
und Xylol (Störung des zentralen Nervensystems), außerdem in Silikonen Arsen,
Blei und Zinn (giftige Schwermetalle) und chlororganische Pestizide.
Nur ein Beispiel, was in den beliebten Laminaten gefunden wird4: Formaldehyd und Styrol und flüchtige organische Verbindungen (VOC). Die Produkte bestehen zu einem erheblichen Teil aus Kunststoffen. Erhöhte Oberflächenspannungen bei alltagstypischer Reibung können bei allen Laminaten entstehen.
Schimmel in Wohnungen und am Arbeitsplatz ist eine große gesundheitliche Gefahr, die unterschätzt wird. U. a. haben Schimmelpilze auch eine allergisierende Wirkung. Schimmel rührt von einer falschen Bauphysik oder von ständig vorhandener Feuchtigkeit her. Eine Sanierung ist unbedingt erforderlich.
Auch Tabakrauch ist an dieser Stelle als Schadstoff zu nennen, da er eine Vielzahl krebserregender und sonstiger giftiger Stoffe enthält.
Auf das Auffinden von Schadstoffen in Innenräumen haben sich Labors spezialisiert, siehe unter der Rubrik "Links".Literatur:
©by Axel Hagenmüller 2011